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Dr. Regine Laser

Spiralen

Wie wirkt die Spirale?

Der in der Gebärmutterhöhle liegende Fremdkörper verhindert nicht den Eisprung, wohl aber die Einnistung der befruchteten Eizelle. Der Hormonhaushalt bleibt unverändert. Allein durch diese Wirkweise ist die Spirale schon eine sichere Verhütungsmethode. Die Spiralen kommen auch für Frauen in Frage, die noch keine Kinder geboren haben. Die frühere Annahme, es würde über den Faden mehr aufsteigende Infektionen bis zu den Eileitern geben, hat sich nicht bestätigt.

Nach der Entfernung einer Spirale ist die Fruchtbarkeit sofort wieder gegeben.

Wie unterscheiden sich die verschiedenen Typen? Vorteile/Nachteile?

Kupfer IUP (Cu-T, Nova-T ® , Multiload ® etc.)

Der Schaft ist mit Kupferdraht umwickelt. Kupfer blockiert die Energiegewinnung der aufsteigenden Spermien. Das führt zu einer geringeren Befruchtungsrate. Vorteile: ungefähr so sicher wie die Pille, billigste Lösung, kann drei Jahre liegenbleiben. Nachteile: die Blutung wird evtl. etwas stärker als zuvor oder auch schmerzhafter. Wie bei allen Spiralen gibt es keine Beeinflussung des Monatszyklus, der eigene Rhythmus Ihres Körpers wird sich zeigen. Das kann im Einzelfall u.U. auch sehr chaotische oder seltene, starke Blutungen bedeuten.

Gynefix ®

Hormonfreier, mit Kupferröhrchen besetzter Nylonfaden, der von der Gebärmutterhöhle aus in der oberen Wand der Gebärmutter fixiert wird. Bleibt 5 Jahre liegen. Vorteil: Im Gegensatz zu den anderen Kupferspiralen evtl. geringere Beeinflussung der Blutungsstärke oder der Regelschmerzen, Sicherheit wird höher angegeben als bei der normalen Kupferspirale. Nachteil: Kritiker meinen, das Gynefix® würde sich unbemerkt lösen können, verloren gehen und der Verhütungseffekt damit wegfallen. Weiteres im Beratungsgespräch.

Kupferball ®

Beim Kupferball sind mehrere ca. 2mm grosse Kupferperlen auf einem Platindraht fixiert. Dieser Draht liegt zum Einlegen gerade in einem Röhrchen. Wenn er aber aus dem Röhrchen in die Gebärmutterhöhle freigesetzt wird, dann springt dieser Draht in seine gebogene Form und es kommt ein 3-dimensionales Knäuel zustande, was die Gebärmutter ausfüllt und an vielen Stellen Kontakt zur Schleimhaut hat. Kann auch 5 Jahre liegen bleiben. Die Vor- und Nachteile sind ähnlich wie beim Gynefix. Den Kupferball gibt es noch nicht lange in Europa und es gibt noch nicht so viele Langzeitbeobachtungen wie bei den anderen Modellen.

Hormonspiralen

Alle Hormonspiralen sind T-förmige Spiralen wie das Kupfer IUP, haben allerdings auf dem Schaft ein Depot mit Levonorgestrel, einem Gelbkörperhormon. Dadurch „Zusatzfunktionen“: Die Schleimhaut in der Gebärmutter wird kaum noch oder gar nicht mehr aufgebaut und dann kommt es auch kaum oder gar nicht mehr zu Blutungen. Das Hormon dichtet den Muttermund ab, Spermien oder Bakterien kommen kaum noch hoch. Also kaum Befruchtungen und weniger Eileiterentzündungen als bei anderen sexuell aktiven Frauen. 3 oder 5 Jahre Liegedauer.

Grosse Hormonspirale

Vorteile: Kaum/keine Blutungen und Schmerzen. Keine messbare Hormonbeeinflussung des Körpers. Nachteile: Kein Überblick mehr über die Eierstockfunktion, weil die Blutungen wegfallen. (Teuerste Variante). Bis 5 Jahre.Weiteres Im Prospekt.

mittlere Hormonspirale

Diese Spirale kommt im April 2017 auf den Markt. Sie ist so klein und so dünn bei der Einlage wie die Jaydess, hat aber ein grösseres Hormondepot. Die tägliche Freigabe von Hormonwirkstoff liegt zwischen den beiden anderen Spiralen, die Blutungen sind noch schwächer als bei Jaydess und die Liegedauer ist 5 Jahre wie bei der grossen Hormonspirale. Hier aber dann schwache Blutungen.

kleine Hormonspirale

Ist von der Grösse her etwas kleiner und hat auch ein kleineres Hormondepot mit einer geringeren Abgabemenge Hormon pro Tag. Dadurch kommt es noch zu einem geringen Aufbau der Schleimhaut, ähnlich gering wie bei einer Pille. Frauen, die diese Spirale haben, bluten noch in ihrem Rhythmus weiter, allerdings in der Regel schwächer als zuvor. Vorteil ist eine noch geringere Belastung des Körpers und die Möglichkeit, den Zyklusverlauf weiter zu beobachten zu können. Kann 3 Jahre liegen bleiben. Die Verhütungszuverlässigkeit ist sicher.

Etwa 1-2 % der Frauen vertragen Spiralen nicht, dann muss sie evtl. wieder entfernt werden. Das Verrutschen der Spiralen ist selten, kommt aber vor (und ist bei den Sicherheitsberechnungen mit eingerechnet). Deswegen ist empfohlen, möglichst alle 6 oder mindestens alle 12 Monate eine Ultraschall-Untersuchung der Gebärmutter durchführen zu lassen.

Ein Schwangerschaftseintritt bei einer liegenden Spirale ist sehr selten. Es könnte auch zu Eileiterschwangerschaften kommen, was möglichst früh festgestellt werden sollte. Nach dem Entfernen der Spirale bleibt eine intakte Schwangerschaft meistens erhalten. Gehäufte Fehlbildungen treten nicht auf. Ein Schwangerschaftsabbruch ist nicht erforderlich.

Vor der Einlage der Spirale sollten Sie überlegt haben, ob evtl. andere Verhütungsmethoden für Sie besser sind (Pille, Kondom, Dreimonatsspritze, Sterilisation …).

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